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Die Tracht der Voreifel

Nach der Neugründung der Tanzgruppe im Jahr 1975 und dem jahrelangen erfolgreichen Auftreten der Gruppe stellte sich die Frage nach neuer Kleidung bzw. nach einer Tracht aus unserem heimischen Raum. Mehrere Frauenhauben, z. T. datiert auf ca. 1880 und im Besitz der damaligen Gemeinde Mülheim-Kärlich sowie das Gemälde einer älteren Frau aus dem kurfürstlichen Schloß zu Kärlich (zerstört 1792) waren erste Hinweise auf ein eventuelles Vorhandensein einer Tracht. Besuche in Museen hatten wenig Erfolg.

Die Tracht der VoreifelIn der Literatur (Kretschmer und Pelser-Berenberg) gab es bis auf einige wenige Hinweise keine konkreten Anhaltspunkte. Kretschmer, der zwischen 1864 und 1870 zu Studienzwecken Deutschland bereiste, schreibt u. a. über den Raum Koblenz, längs des Rheins bis Andernach und der Mosel bis Moselkern: “Die preußischen Rheinlande sind nur noch spärlich mit eigentlicher Volkstracht versehen.” Pelser-Berenberg schreibt u. a.: “Reste der Trachten befinden sich nur noch in Kästen und Truhen ...”.

Im Heimatmuseum Genovevaburg in Mayen schließlich befand sich ein Spenzer, eng tailliert mit angesetzten kleinen Falten am Rückenteil, der Hinweisen in der Literatur entsprach. Zwei ähnliche Teile sind heute im Besitz des Fidelio. So konnte man beginnen, eine Tracht nachzuarbeiten, wie sie mit größter Wahrscheinlichkeit im Raum der Voreifel getragen wurde und deren Vorlagen im Museum in Mayen zu finden sind. Eine Männertracht scheint in den letzten 200 - 300 Jahren bis auf den blauen, weit verbreiteten Leinenkittel nicht mehr existiert zu haben.

Ein Prunkstück der Tracht ist die Frauenhaube. Hierzu wurden jeweils 4 m Seidenband und echtes Goldgarn verarbeitet, um möglichst originalgetreu die Hauben zu fertigen. Die kleinen Mädchenhäubchen mit Tugendpfeil sind ebenso kleine Kunstwerke.

Es entstand eine schlichte Voreifeltracht etwa aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts mit einer schönen und wertvollen Kopfbedeckung für Mädchen und Frauen.

Modelle je einer Frauen- und Männertracht hat der Fidelio als Dauerleihgabe dem Heimatmuseum Mülheim-Kärlich zur Verfügung gestellt. Die Trachten stehen dort Besuchern zur Besichtigung bereit.